Kategorie: Allgemein

Klimawandel & Aufrüstung

Presseerklärung vom 23.09.19
Fridays for Future und Filmveranstaltung am 26.09.19 der Deutschen Friedensgesellschaft/Vereinigte KriegsdienstgegerInnen (DFG/VK)
Am 20.09.19 haben bei der großen Demonstration neben etwa 6000 anderen Menschen auch verschiedene Aktive aus der Friedensbewegung in Lübeck mit für die Rettung des Weltklimas demonstriert. Die dort vom Filmemacher
Nils-Holger Schomann gehaltene Rede (siehe unten) machte deutlich, daß ein klarer Zusammenhang zwischen Klimazerstörung und Krieg besteht.
“Kampfflugzeuge der Bundeswehr, wie die Tornados, die von Jagel bei Schleswig zur Kriegsbeteiligung im Irak und in Syrien geflogen sind, verbrauchen pro Flugstunde im Schnitt 4650 l Kerosin. Für das dadurch ausgestoßene CO2 könnte ein Handwerker mit seinem Diesel Transporter 50 bis 60 000 km fahren” rechnete Schomann dabei vor. Armeen auf der ganzen Welt gehörten durch Übungen und Kriege zu den größten Umweltverschmutzern überhaupt.
Deshalb wollen die beiden Gruppen der Friedensbewegung, Food not bombs und die Deutsche Friedensgesellschaft/Vereinigte KriegsdienstgegerInnen am 26.09.19 ab 19 Uhr im Solizentrum in der Willy-Brandt-Alleeüber Abrüstung und Klimarettung diskutieren. Zur Einstimmung wird der 90 Minuten lange Film “Die Waffen nieder- Schwerter zu Pflugscharen- eine kleine Geschichte der Friedensbewegung gezeigt. Der Eintritt ist frei.

Die Demo am 20.09.19 kurz vor dem Dräger Gelände in der Lachswehrallee

Rede von Nils-Holger Schomann für die DFG/VK am 20.09.10
bei Fridays for Future

Liebe Mitstreiterinnen und liebe Mitstreiter,
als Mitglied der Deutschen Friedensgesellschaft, Vereinigte KriegsdienstgegerInnen freue ich mich sehr hier sprechen zu dürfen. Wir kommen hier bei der Weltfirma Dräger vorbei, die nicht nur Feuerwehren und Rettungssanitäter sondern auch die Bundeswehr und viele Armeen der Welt beliefert.
Auf dem Drägergelände werden Sauerstoffmasken produziert, die auch von Kampfflugzeugpiloten verwendet werden. Krieg beginnt also auch hier in unserer Stadt mit Krigesproduktion. Seit Tagen brennt in Saudi-Arabien eine Raffinerie in Folge eines Drohnenangriffs, täglich werden durch den Brand des Öl Tausende Tonnen CO2 in die Athmosphäre freigesetzt. Und es besteht die akute Gefahr eines großen Krieges zwischen Saudi-Arabien und Iran, hinter denen jeweils Großmächte wie USA, Russland und China stehen, die ebenfalls eingreifen könnten. Es geht um die Beherrschung der Quellen für fossile Brennstoffe.
Noch mehr Menschen werden vor Krieg und Zerstörung Schutz in Europa und Deutscland suchen.
Die USA stehen hinter Saudi-Arabien. Erst vor kurzem, im Juni 2019, erschien eine Studie der Brown University, die nachweist, dass das US-amerikanische Militär, als weltweit größter Verbraucher von aus Erdöl hergestellten Treibstoffen auch der größte einzelne Erzeuger von Treibhausgasen ist. Allein im Jahr 2017 waren die Treibhausgasemissionen des US-Militärs größer als die der Industriestaaten Dänemark oder Schweden, das damit einen erheblichen Beitrag zur Erderwärmung leistet.
Nur eine Flugstunde des Jagdflugzeugs Eurofighter produziert mit 11 Tonnen Kohlenstoffdioxid so viel, wie durchschnittlich eine in Deutschland lebende Person im gesamten Jahr produziert.
Kampfflugzeuge der Bundeswehr, wie die Tornados, die von Jagel bei Schleswig zur Kriegsbeteiligung im Irak und in Syrien geflogen sind, verbrauchen pro Flugstunde im Schnitt 4650 l Kerosin. Für das dadurch ausgestoßene CO2 könnte ein Handwerker mit seinem Diesel Transporter 50 bis 60 000 km fahren.Aber was machen dies Tornados aus Schleswig-Holstein? Sie sind teil einer Zerstörungsmaschinerie, die Menschen, Tiere und Pflanzen tötet. Ein Tankflugzeug der Bundeswehr, wie es über dem Irak oder Syrien kreist, verbraucht selbst pro Stunde im Schnitt 15t Treibstoff.
Doch nicht nur die Ein- und Ausübung von Krieg beschleunigen die Erderwärmung. Es sind auch die Unfälle, die damit einhergehen. Vor einem Jahr, im September 2018, brannte wochenlang ein Moor im Emsland. Die Ursache war eine Raketenschießübung der Bundeswehr auf einem Truppenübungsplatz. Dieser wochenlang andauernde Brand setzte enorme Mengen an Treibhausgasen und Feinstaub frei.
Liebe Mitstreiterinnen und liebe Mitstreiter, keine weitere Energie sollte für die Bedrohung und Zerstörung von Menschen und Umwelt verwendet werden!

Lasst uns lauter und gemeinsam dafür einstehen! Kriege verschärfen den Klimawandel, die Abschaffung der Bundeswehr – das ist Klimaschutz!
Wir wollen keine Kriege, keine Kriegsübungen und keine Rüstungsproduktion, um Zugänge zu Ressourcen wie Öl und Gas zu sichern. Nein! Wir wollen keine Wirtschaftsinteressen sichern, sondern Menschen und ihr Leben! Das ist der Ruf nach dem Ende des Kapitalismus, der nur mit der Zerstörung des Planeten und mit Kriegen aufrecht erhalten bleibt.
Es ist an der Zeit, Menschen und das Klima vor Profite zu stellen!
Wer Waffen und Krieg sät wird Tod und Flucht ernten.
Wir wollen keinen Krieg, wir wollen offene Grenzen für alle Menschen und geschlossene Grenzen für Waffen.
Klimaschädigung-Flucht – Krieg- Klimaschädigung – Hunger – Flucht – Krieg – Klimaschädigung. Das ist eine Elendsspirale, die wir bekämpfen, die wir durchbrechen müssen.
Wir wollen keinen Krieg, Wir wollen keine Kriegsmaschinen. Sie alle gehören abgeschafft. Militär löst keine Probleme, es produziert immer neue. Wer Klimaschädigungen entgegentreten will, muss das Militär abschaffen. Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit !

+++ Über 6000 auf der Alle-fürs-Klima-Demo +++

+++ Wir waren mehr Menschen als je zuvor, überall auf der Welt +++ 300 Menschen sind unserem Aufruf gefolgt und haben entschlossen und solidarisch den Lindenteller in #Lübeck über mehrere Stunden besetzt +++

Lindenteller dicht: Motor aus !

Wie in vielen anderen Städten überall auf der Welt waren auch in Lübeck zum Global Strike viel mehr Menschen auf der Straße als je zuvor.

Das war der größte Klimastreik und das ist für uns erst der Anfang einer neuen Bewegung. 300 Menschen beteiligten sich an der Blockade des Lindentellers in Lübeck. Viele Menschen wollten, manche mussten an diesem Tag innehalten und den Ernst der Klimakrise erkennen.

“Die Verhältnisse werden sich ändern müssen und das nehmen wir selbst in die Hand!

Es war mega bewegend, so viele Menschen solidarisch auf der Straße zu sehen! Wir haben ein starkes Zeichen gesetzt!”, sagt Marcel Kaemp von der Interventionistischen Linken Lübeck. Er führt weiter aus: “Immer mehr Menschen erkennen, dass wir die Regeln brechen müssen, denn sie sind Teil des Problems: Es sind die Regeln des patriarchal-kapitalistischen Wirtschaftssystems, das auf Konkurrenz, ungebremstem Wachstumszwang basiert und Natur und Mensch ausbeutet.

Wir freuen uns auf die nächsten entschlossenen Aktionen zivilen Ungehorsames.

System change, not climate change!“

Basis Antifa Lübeck, Ende Gelände Lübeck, Interventionistische Linke Lübeck, La Rage Lübeck, Extinction Rebellion Lübeck

Nie wieder Krieg- nie wieder Faschismus- Abrüstung jetzt !

Brot & Rosen

Bis zu 40 Menschen versammelten sich am 31.08.19 ab 14 Uhr am Lübecker Koberg, um dem Einmarsch der imperialistischen Wehrmacht in Polen zu gedenken- ein Überfall auf das Nachbarland, um Europa neu aufzuteilen und unter deutsche Herrschaft zu bringen. Da passte das Solidaritätslied, das gleich zu Beginn mit einigen Besuchern aus dem Solizentrum zusammen mit dem Gewerkschaftschor Brot & Rosen angestimmt wurde. Später reichte “Food not Bombs” aus dem Solizentrum eine leckere vegane Suppe und einige Reden von DFG/VK, VVN/BdA und DGB verdeutlichten die aktuelle Kriegsgefahr durch ein neues Wettrüsten zwischen den Supermächten.

Seebrücke Lübeck

Seebrücke- Schafft Sichere Häfen! Unter diesem Motto finden in ganz Deutschland viele Demonstrationen, kreative Aktionen und spannende Debatten statt. Die Seebrücke setzt sich für die Rettung geflüchteter Menschen aus dem Mittelmeer und die Schaffung sicherer Wege für Menschen in Not ein. Dabei ist es vollkommen egal, wieso diese ihre Heimat verlassen müssen- in erster Linie geht es um Humanität.

Auch in Lübeck ist die Seebrücke Bewegung angekommen und wirbelt die Kommunalpolitik auf- auch Lübeck ist eine Hafenstadt. Verschiedene Akteure der Zivilbevölkerung, seien es zum Beispiel der Lübecker Flüchtlingsforum e.V. oder die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA), aber auch viele Lübecker*innen beteiligten sich privat an den verschieden Aktionen.

So wiesen die Aktivist*innen bei einem Flashmob am 22. August daraufhin, dass die Szenerien im Mittelmeer zwar weit weg erschienen, dies sie allerdings nicht weniger real mache. Auch andere Aktionen, wie eine Umgestaltung des Kaufhofes oder eine symbolische Seebestattung wurden durchgeführt, um auf die skandalöse Migrationspolitik der europäsichen Staaten und ihre Folgen hinzuweisen.

Sei auch Du dabei und unterstütze die Seebrücke in Lübeck! Am 31. August um 18 Uhr startet unsere Demonstration am Konrad Adenauer Platz. Komm’ vorbei und zeige Deine Solidarität!

 

Die Seebrücke ist eine internationale Bewegung aus der Zivilbevölkerung. Wir fordern

sichere Fluchtwege, eine Entkriminalisierung der Seenotrettung und eine menschenwürdige

Aufnahme von geflüchteten Menschen. Wir wollen mehr Rettung statt weniger!

ALS ZEICHEN DER SOLIDARITÄT TRAGT ORANGE!

MEHR INFORMATIONEN AUF www.seebruecke.org

     

Neues Cafe im Solizentrum

Wir bauen um! Langsam aber sicher ist ein Ende in wochenlanger ehrenamtlicher Arbeit in Sicht- kommt beim Maifest am 1. Mai vorbei und besichtigt unser neues schönes Café. Es ist noch nicht ganz fertig, es fehlt noch der letzte Anstrich,  oder Kleinigkeiten wie Teile der Möbilierung, aber die Planung für die kommenden Aktivitäten laufen. Wir freuen uns über Unterstützung bei den weiteren Renovierungsarbeiten, aber auch bei der Umsetzung von Ideen, was in Zukunft dort geschehen soll.

Vielfältig, solidarisch, kreativ!