Küchenkollektiv “AnkeR”

KücheDas Küchen- und Kneipenkollektiv „AnkeR“ hat sich in den letzten Monaten in der Küche des Solidaritätszentrums gefunden. Derzeit liegt der Fokus auf der täglichen Essens- und Getränkeversorgung von/für/mit allen …

Doch die Ideenwerkstatt brodelt … Kneipe … Kultur und Austausch!

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Hast du Lust   mitzumachen? Komm in der Küche vorbei oder zum nächsten Plenum immer donnerstags um 17:30 Uhr.

 

AnkeR
Wer sind wir und was geschah bisher?
Das Küchen- und Kneipenkollektiv AnkeR hat sich im November 2015 mit dem Umzug des Küchenbetriebs vom Café Brazil auf der „alten Walli“ ins heutige Solidaritätszentrum formiert. Es setzt sich aus rund 15 ehrenamtlichen Kollektivmitgliedern zusammen, die gemeinsam mit einer wachsenden Zahl an Geflüchteten aus den Unterkünften in Lübeck die Verköstigung der Menschen auf dem Gelände organisieren. Die Mehrheit der Kollektivmitglieder ist bereits seit Beginn des Transits im September 2015 mit der Sicherung der täglichen Küchenabläufe befasst. Aus ihrer Sicht ist das Engagement der Geflüchteten eine substantielle Bereicherung. Für die Geflüchteten selbst ist es nicht nur eine willkommene Alternative zum oftmals doch eingeschränkten Alltag in ihren jeweiligen Camps, sondern darüber hinaus eine elementare Chance, um soziale Bindungen und Beziehungen in Lübeck aufbauen, pflegen und vertiefen zu können.vorderer_raum
Der Küchenbetrieb des AnkeR basiert auf Spenden. Hier gebührt allen Unterstützer_innen ein ausdrücklicher Dank! Denn ohne die regelmäßigen Zuwendungen der Menschen die Spenden wäre es niemals möglich gewesen, die mit dem Transit verbundenen humanitären Nöte lindern zu können. Bis zur faktischen Schließung der Grenzen nach Skandinavien wurden so täglich für bis zu 350 Menschen Mahlzeiten und Getränke bereitgestellt und ist es gelungen, ein hierfür geeignetes Logistiksystem zu entwickeln, das dem AnkeR bis heute beim sorgsamen Haushalten mit seinen Zuwendungen hilft. Dies ist wichtig, da zwar die Zahl der zügig weiterreisenden Menschen mit einem rückläufigen Spendenaufkommen korreliert, nach wie vor jedoch über den Tag ein fortwährender Bedarf von bis zu 150 Mahlzeiten existiert.

 

Umfang unseres Engagements
Der AnkeR bietet montags bis freitags ab 10.00 Uhr ein Frühstücksbuffet, sowie Abendessen ab 18.00 Uhr an (Montag und Mittwoch gegen Spende). All diese Angebote sind prinzipiell kostenlos, dennoch wird ausdrücklich um einen symbolischen Unkostenbeitrag seitens derer gebeten, die sich diesen grundsätzlich leisten können. Darüber hinaus organisiert das Kollektiv regelmäßige Kneipenabende (seit kurzem auch in der Mehrzweckhalle) und hat dafür Sorge getragen, die Räumlichkeiten des Küchengebäudes so nutzbar zu machen, dass sich der AnkeR auch außerhalb des eigentlichen Küchenbetriebs und der Essenszeiten als ein Ort des täglichen Austauschs und Beisammenseins etablieren konnte. Gerade von letzterem profitieren auch so besondere Angebote wie das freitägliche Frauencafé oder die unregelmäßigen Kochevents des „Crazy Cooking Teams“.

Ziele und Wünsche für die Zukunft des Solidaritätszentrums
Der Arbeit und den Räumlichkeiten des AnkeR kommt mithin auch jenseits der täglichen Essensversorgung ein besonderer Stellenwert im Solidaritätszentrum zu. Dieser resultiert nicht zuletzt daraus, dass sich der AnkeR – Aufstandwie das Solidaritätszentrum insgesamt – an die veränderten Herausforderungen angepasst und sich so von einem Ort primärer Unterstützung Transit-Geflüchteter zu einer bedeutsamen Begegnungsstätte Geflüchteter aus Lübeck und dem Umland gewandelt hat. Die tägliche Arbeit zeigt, dass sich Menschen unterschiedlichster Herkunft, unterschiedlichsten Alters und auch Geschlechts im AnkeR und im Solidaritätszentrum wohlfühlen und dankbar für die ihnen hier zur Verfügung stehenden Freiräume und Möglichkeiten sind. Hier erfahren sie Nähe und Respekt, Wärme, Freundschaft und Unterstützung – und geben all dies im täglichen Miteinander mehr als zurück. Es sind Ziel und Wunsch des AnkeR, diesen Weg weiter zu beschreiten, um so auch in Zukunft dazu beizutragen, Menschen in einer extremen und schwierigen Lebenssituation einen Ort des sozialen Miteinanders bieten zu können.Flur

 

Crazy Cross Over Cooking
Gegründet haben wir uns, nachdem wir bei Facebook Rezepte mit den Geflüchteten und Daheimgebliebenen ausgetauscht hatten. Danach kam die Idee auf, dass wir auch mal im echten Leben zusammen kochen. Jede_r bringt mit was er/sie kochen oder essen möchte. Es wird getanzt, gekocht, laut Musik gehört und gesungen. Unser Crazy Cooking findet immer in unregelmäßigen Abständen statt und es kommen zwischen 60 und 80 Personen zum Essen. Der Plan ist, dass es keinen Plan gibt. Wir kochen einfach. Wir kochen crazy und sind es auch. Das steht in enger Verbindung zueinander. Von afghanischen Spezialitäten bis Käsespätzle ist alles dabei.

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