FOOD NOT BOMBS LÜBECK

Weltweit verhungert alle 5 Sekunden ein Kind unter zehn Jahren.

57.000 Menschen sterben pro Tag an Hunger.

Eine Milliarde Menschen ist permanent schwerst unterernährt.

Und das auf einem Planeten, der vor Reichtum überquillt.

Der World Food Report der UNO besagt, dass die Weltlandwirtschaft heute problemlos fast 12 Milliarden Menschen, also fast das Doppelte der jetzigen Weltbevölkerung ernähren könnte.

Jährlich werden weltweit über 1,4 Billionen Euro für Rüstung ausgegeben, Tendenz steigend. 

Die Finanzkrise hat zu massiver Börsenspekulation auf Grundnahrungsmittel geführt, damit zur Preisexplosion, die weitere Millionen Menschen zu Opfern von Hunger macht. 

Das Budget des World Food Programme lag früher bei 6 Milliarden Dollar, heute sind es nur noch 2,8 Milliarden. 

Jede*r deutsche Bundesbürger*in wirft pro Jahr durchschnittlich 82 kg Lebensmittel im Wert von 235 Euro in den Müll. Zwei Drittel dieser Lebensmittel hätte man noch essen können. 

Unter dem Vorwand des Klimaschutzes haben zum Beispiel die USA 2011 138 Millionen Tonnen Mais und hunderte Millionen Tonnen Getreide verbrannt, um Bioethanol und Biodiesel herzustellen.

65 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht.

Zehn weltumspannende Konzerne kontrollieren 85% der weltweit gehandelten Grundnahrungsmittel.

Bis zu 20 Millionen untergewichtige Kinder werden weltweit jedes Jahr geboren. Sie haben ein um 20 Prozent höheres Risiko, vor ihrem 5. Geburtstag zu sterben. 

Hunger ist das größte Gesundheitsrisiko und eine der wichtigsten Todesursachen weltweit. 

Was ist FOOD NOT BOMBS?

Im Jahr 2015 hat die Solidaritäts- und Unterstützungsarbeit Ehrenamtlicher auf der Walli 15.000 Geflüchteten Essen, Übersetzungs- und Orientierungshilfe und die Weiterreise nach Skandinavien ermöglicht. Aus dieser Initiative ist das Solizentrum mit verschiedenen Kollektiven entstanden, darunter das Küchenkollektiv, zu dem Food Not Bombs gehört.

Wir sammeln Lebensmittel, die entsorgt werden sollen, obwohl sie noch einwandfrei sind. Dann kochen wir seit April 2018 einmal im Monat gemeinsam im Solizentrum und gehen von dort aus in die Innenstadt, um hungrigen Menschen kostenlose, warme Mahlzeiten anzubieten. Im Sinne der Food Not Bombs-Kampagne, die 1980 in Boston/USA gegründet wurde, verstehen wir unsere Arbeit nicht als karitative Hilfe, sondern als politische Aktion. Wir machen auf soziale Ungerechtigkeit, Armut, Hunger und Vertreibung von Menschen aufmerksam und klären über die Ursachen auf: Neoliberale Wirtschaftspolitik, das kapitalistische Wirtschaftssystem, in dem nur die Maximierung von Profit in Konkurrenz zueinander zählt, Klimawandel, Kriege und Lebensmittelvernichtung.

Dagegen stellen wir das Recht auf Ernährung, Solidarität und Bildung von Gemeinschaft, die Grenzen überwindet. Unsere Gesellschaft ist geprägt durch strukturelle Gewalt. Sie braucht Dinge, die zum Leben beitragen und nicht Dinge, die zum Tod führen.

Wir verstehen uns als Teil der linken, antirassistischen Bewegung, die sich für Bewegungsfreiheit, Solidarität mit Geflüchteten, Bleiberecht und offene Grenzen für alle einsetzt. Wir beziehen gegen Krieg, Militär und Faschismus Position und arbeiten gegen die Klimakatastrophe.

Wir sind basisdemokratisch, antimilitaristisch, gewaltfrei und unabhängig von Parteien. Gewaltverzicht heißt für uns auch, dass wir qualvolle Tierhaltung strikt ablehnen. Daher kochen wir vegan.

ARMUT UND HUNGER SIND NICHT SELBST VERSCHULDET, SONDERN WERDEN PRODUZIERT.

WIE KANN MAN NOCH EINEN WEITEREN CENT FÜR MILITÄR UND KRIEG AUSGEBEN, WENN SO VIELE MENSCHEN HUNGERN?

ES IST ZEIT FÜR EINE BESSERE, GERECHTE WELT. FANGEN WIR DAMIT AN. JETZT!

Was kann man unmittelbar tun?

  • Keine gentechnisch veränderte Nahrung kaufen.
  • Den Fleischkonsum reduzieren, wenn möglich sich vegetarisch, am besten sich ausgewogen vegan ernähren, denn in der Tierzucht werden große Mengen Getreide verfüttert, mit denen der Hunger unzähliger Menschen gestillt werden könnte. Außerdem verschärft die Tierzucht den Klimawandel.
  • Saisonale Nahrung aus der Region kaufen.
  • Nach „Reste-Rezepten“ kochen oder auf www.foodsharing.de Essensreste verschenken.
  • Politisch aktiv werden und sich vernetzen.

Food Not Bombs Lübeck

c/o Küchen-Kollektiv

Solizentrum

Willy-Brandt-Allee 11

23554 Lübeck

food.not.bombs.luebeck@posteo.de

aktuelle Termine  unter https://www.solizentrum.de